Ein Sonntag voller Farben, Emotionen und großem Sport: So lässt sich der Renntag rund um den Burggrafenamt-Palio und den Preis Richard am Meraner Rennplatz wohl am besten zusammenfassen. Vor außergewöhnlicher Kulisse erlebte das Publikum einen jener Tage, die noch lange nachklingen.

Den Auftakt lieferten 52 kleine Champions bei der Hobby Horse Race, dem Staffelrennen, das traditionell den Weg ins Finale des Palios ebnet. Im Finale selbst hieß die Siegerin dann Bizarra Hu, die bildschöne Haflinger-Stute, geführt von Amazone Kathrin Erschbamer. Für die Stute war es nach 2023 (für Schenna) bereits der zweite Palio-Sieg, für Erschbamer sogar schon der fünfte. Und noch etwas macht den Erfolg besonders: Es ist der zweite Triumph für die Gemeinde Riffian, die zuletzt 2014 bei der zweiten Austragung gewann – damals ebenfalls mit Kathrin Erschbamer im Sattel, auf der legendären Ozone. Bizarra Hu gilt inzwischen als deren würdige Nachfolgerin.

Im Hauptrennen des Tages, dem Preis Piero & Franco Richard, dem Listenrennen für Vierjährige über 3800 Meter, setzte sich Favorit Moment de Grace durch. Für den Rennstall Aichner zeigt der Vierjährige ob Sieg oder Niederlage stets eine starke Leistung. Im Sattel: Alessio Pollioni, der mit seinen 40 Jahren derzeit in Bestform ist und dem Rennen mit viel Gespür seinen Stempel aufdrückte. Am Ende reichte es nur um eine Kopflänge gegen den überraschend starken Troubadour, dahinter kam Saint Patrice als solider Dritter ins Ziel.

Für die emotionalste Geschichte des Tages sorgte der fünfjährige Wallach von Marco Luigi Biffi. Nach 35 Rennen ohne Sieg gelang ihm bei seinem 36. Start endlich der Durchbruch: Souverän geritten von Lenka Neprasova, setzte er sich gegen What About durch und ließ Besitzer, Trainer Raffaele Romano und das gesamte Publikum jubeln.

Auch für Nicole Pezzi wurde es ein besonderer Tag: Die Amazone, die über den Palio zum Rennsport fand, feierte mit Black Noir für das Quartier Vulkan-Ghiotti ihren ersten Karrieresieg. Im schönen Cross-Country-Rennen zu Ehren der Kavallerie setzte sich White Wood durch, knapp vor Laldann, der schon auf die nächste Gelegenheit lauert, sich die Krone zurückzuholen. Und im zweiten Flachrennen des Tages für Amateure und Amazonen blieb Dositeo, der Dreijährige aus dem Stall Tanghetti mit Tommaso Burchi im Sattel, ohne ernsthafte Gegenwehr.