Ein Sonntag mit zwei Gesichtern auf dem Meraner Rennplatz: Auf der einen Seite stand der Tag der Südtiroler Hoteliers und Tourismustreibenden im Mittelpunkt, dem gleich vier Rennen gewidmet waren – darunter auch eines für Haflinger. Auf der anderen Seite war schon jetzt die Vorfreude auf das große internationale Wochenende am 26. und 27. September deutlich spürbar, das im 87. Großen Preis von Meran seinen Höhepunkt finden wird.
Im Zentrum des sportlichen Geschehens stand der Rennstall Aichner: In drei der vier Vorbereitungsrennen auf die Highlights zum Monatsende zeigte sich der Stall in Bestform – mit Jockey Alessio Pollioni im Sattel aller drei Sieger. Im Preis Creme Anglaise – Hotel Erika, dem Jagdrennen über 3800 Meter, das als Auftakt zum Großen Preis gilt, belegte das gelb-schwarze Team sogar die kompletten ersten vier Plätze. Dabei meldete sich der starke Madrilene eindrucksvoll zurück an der Spitze, während der neue Franzose im Stall, Pistache Dore, mit dem zweiten Platz einen gelungenen Einstand feierte.
Auch Irfan, der starke Dreijährige in den schwarz-gelben Stallfarben, ließ nichts anbrennen: Im Listenrennen über Hindernisse zu Ehren von Ettore Tagliabue setzte er sich souverän von Saddle Up aus dem Stall von Paolo Favero ab. Und Woods, der ungeschlagene Hindernis-Champion der Vierjährigen in Italien 2026, kehrte nach seiner Pause zurück – mit Gewichtsvorteil für die Konkurrenz, aber dennoch mit der Überlegenheit des Stärkeren. Hinter ihm bestätigte sich Crigae aus dem Stall von Manfred Verdorfer und Trainer Raffaele Romano einmal mehr als eine der schönsten Entdeckungen der Saison.
Der gemeinsame Nenner hinter den Erfolgen von Madrilene, Woods und Irfan: Alessio Pollioni im Sattel. Und weiter glänzten die Erfolge der italienischen Jockeys mit Gabriele Agus. Im Preis Kurverwaltung Meran, dem vierten Vorbereitungsrennen des Tages und traditionellen Prequel zum Großen Hürdenrennen von Meran, las Agus im Sattel von Mes Ailes aus dem Hause Vocetka ein äußerst taktisches Rennen perfekt und setzte sich auf der Zielgeraden gegen Ivo, Jony Be Good und Kaja durch. Alle vier haben sich damit für das Große Hürdenfinale qualifiziert – für Jony Be Good zeichnet sich zudem ein möglicher Start im Großen Preis ab.
Für elegante Momente auf der Flachbahn sorgten unterdessen Flaminia Garbetta und Mirko Mammano in den beiden Amazonen- und Herrenrennen: mit dem zuverlässigen Universoemarmo und dem formidablen Don Aureliano, die sich auf dem Meraner Rennplatz sichtlich zu Hause fühlen. Bei den Haflingern triumphierte Gudi als Tagesauftakt.

